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130629 Kinder forschen im Familienzentrum

 

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VON STEFAN MÜLDERS
Heiligenhaus. In Heiligenhaus sind die ersten Elternpaten in Familienzentren im Einsatz. Durch die Arbeit mit Kindern sollen sie auch Familien helfen.
Wenn Uwe Batz zweimal monatlich in das Familienzentrum Löwenzahn in der Unterilp kommt, dann sind die Kinder schon ganz gespannt. Aufgeregt ziehen sie sich die weißen Kittel an und verwandeln sich in kleine Forscher. So wie heute Lena, Salma, Berkay und Daniel. Die vier bereiten zusammen mit den ehrenamtlichen Elternpaten einen "Raketenstart" vor. Sie binden einen Faden an das Geländer der Treppe, ziehen ihn durch einen Strohhalm durch und befestigen das andere Ende am Zaun ihres "Forschungslabors". Dann wird ein Luftballon aufgepustet, an den Strohhalm geklebt und losgelassen – schon saust die Rakete los.
"So führen wir die Kinder spielerisch an physikalische Experimente heran", erklärt Batz, der im Hauptberuf Nachhaltigkeits- und psychosozialer Berater ist. Seit drei Monaten kommt Uwe Batz im Zuge des Elternpaten-Projektes, das beim Jugendhilfetag 2011 ins Leben gerufen wurde, regelmäßig ins Familienzentrum und kann dort pro Termin zwei Gruppen betreuen. Über den Kontakt zu den Kindern soll auch ein Draht zu den Familien aufgebaut werden. "Das funktioniert auch schon ganz gut, denn inzwischen bleiben immer wieder auch die Eltern noch eine Weile lang stehen und schauen zu", sagt Schulsozialarbeiterin Jasmin Reimann. "Ziel der Elternpaten ist es, über ehrenamtliche Ansprechpartner niederschwellige Hilfestellungen für benachteiligte Familien zu bieten." Dabei sei das Mindestziel, die Kinder über die Projekte zu beschäftigen und deren Bildungsstand zu verbessern. "Wenn darüber ein intensiverer Kontakt zu den Familien entsteht und die Ehrenamtler das leisten können, ist das gut." Auf diesem Wege soll die Hemmschwelle für den Weg zu den Ämtern verringert beziehungsweise umgangen werden. "Der 'ich kenne da jemanden'-Weg führt oft schneller zum Erfolg", weiß Reimann. Die Elternpaten selbst können sich ihren Fähigkeiten gemäß einbringen und werden durch die Jugend- und Familienarbeit der Stadt fortgebildet.
Neben Uwe Batz ist auch Birgit Wirtz aktiv im Einsatz. Die ehemalige Fremdsprachenkorrespondentin ist erfahrene Hausfrau und Mutter, setzte sich früher in der Elternarbeit an den Schulen ihrer Kinder ein. "Als die dann ihr Studium begannen, fehlte mir was. Ich bin auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit über den AK Bildung fündig geworden." Im Awo-Familienzentrum in der Heide bietet sie Hausaufgabenhilfe an – für einen Viertklässler in Einzelbetreuung und eine Gruppe mit mehreren Schülern.
Welche Art Hilfestellung Elternpaten bieten, ist frei gestaltbar. "Uns geht es darum, den Kontakt zu den Familien herzustellen und ihnen Unterstützung anzubieten", sagt Jasmin Reimann. "Ob das über Angebote für Kinder oder konkrete Beratungsstunden für Eltern geschieht, ist da egal." Interessenten sollten die innerstädtischen Strukturen kennen, um mit Rat und Ideen zur Seite stehen zu können. Interessenten wenden sich direkt über die Stadtteilbüros Oberilp (Jasmin Reimann, 02056/922491) und Nonnenbruch (Meike Unger, 02056/255361) oder E-Mail schulsozialarbeit@heiligenhaus.de an den AK Bildung.

TEILHABE
Finanziert über Landesförderung
Im Arbeitskreis Bildung arbeiten Stadt, Diakonie, Caritas, Landschaftsverband Rheinland und Netzwerk Heiligenhaus zusammen. Finanziert wird das Elternpaten-Projekt über Landesmittel aus der "Förderung zur Vermeidung von Armutsfolgen bei Kindern". Heiligenhaus hat nach Pilotphase und Phase 1 inzwischen die zweite Phase mit dem Titel "Teilhabe ermöglichen" erreicht.



Autor: Muelders -- 02.11.2018; 18:26:09 Uhr

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