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130620 Die Neubürger kommen meist aus dem Ruhrgebiet

 

Das Bochumer Institut InWIS untersuchte die Grüne für den Fortzug aus und Zuzug nach Heiligenhaus.
VON STEFAN MÜLDERS
Heiligenhaus Zu wissen, welche Beweggründe Bürger haben, aus einer Stadt weg- oder in sie hineinzuziehen, kann für die Planer in den Verwaltungen große Bedeutung haben. Darum arbeiten die Heiligenhauser schon seit 2005 mit dem Bochumer Institut InWIS zusammen, das solche Daten erhebt.
Bereits früh hatte man festgestellt, dass insbesondere in der Altersgruppe der über 55-Jährigen der Wegzug aus Heiligenhaus erheblich ist. Die aktuelle Befragung zwischen Februar und April dieses Jahres hat diesen Eindruck bestätigt. Es wurden fast 2800 Fragebögen verschickt, von denen 440 wieder ausgefüllt beim Institut ankamen. Ein Zwischenbericht liegt nun vor. Dieser zeigt unter anderem, dass ein Großteil der zugezogenen Bürger aus dem Ruhrgebiet (45,5 Prozent) und dem Rheinland (34,7) kommen. Die wegziehende Bevölkerung zieht es vor allem ins Umland, nach Velbert (27,1), Ratingen (17,5), Essen (11,1) und die Region Düsseldorf/Neuss (7,5). Auch der Niederrhein (6,7) und das „sonstige Ruhrgebiet“ (6,9) sind beliebte Ziele.
Fast ein Viertel der fortgezogenen Bürger hat mehr als 40 Jahre in Heiligenhaus gelebt. Zudem geben 53,1 Prozent an, Rente oder Pension zu beziehen. Dazu passt die Feststellung, dass sich die Wohnungsgrößen und die Anzahl der Räume eher verringert haben. So werden auch vor allem familiäre (17 Prozent) und persönliche (16,9) Gründe für den Wegzug genannt – was allerdings auch für die Zugezogenen (21,5 / 15,2) gilt. An Platz drei der Top-Gründe aber gibt es Unterschiede: Für die Zugezogenen sind hier berufliche Gründe (12,3) genannt, die zusammengenommen mit der Nähe zum Arbeits-/Ausbildungsplatz (6,8) sogar auf Platz zwei vorrücken würden. Bei den Fortgezogenen sind es gesundheitliche (Alter, Krankheit, Behinderung) Gründe (8,5). Berufliches (7,9) folgt erst danach auf Platz vier der wichtigsten Gründe für den Wohnungswechsel. Miet- (4,7) und Immobilienpreise (3,7) sowie die Wohnlage (4,1) scheinen für die zugezogenen Bürger auch noch eine Rolle zu spielen, während es für Fortgezogene soziale Aspekte (6,4), das Angebot an Wohneigentum (5,4) und die Sauberkeit des Wohnumfelds (3,9) sind.
Abgesehen vom Blick in die Vergangenheit fragte InWIS nach den Bleibe- beziehungsweise Rückkehr-Absichten. Mit 72 Prozent geben fast drei Viertel der Zugezogenen an, so lange wie möglich in Heiligenhaus bleiben zu wollen. Weitere 14 Prozent stellen sich das für einen gewissen Zeitraum vor. Nur sechs Prozent wollen auf keinen Fall in der Stadt bleiben. Anders ist das Bild bei denen, die gegangen sind. Hier wollen nur zehn Prozent auf jeden Fall zurückkehren, 21 Prozent antworteten mit „vielleicht“. 69 Prozent werden „eher nicht“ (36) oder „auf keinen Fall“ (33) zurückkehren. Eine mögliche Rückkehr nach Heiligenhaus wird abhängig gemacht von den Einkaufsmöglichkeiten (33,1), dem Wohnungsmarkt (25,9) und der Verkehrsanbindung (16,9), die bei den Wegzugsgründen allerdings noch eine eher untergeordnete Rolle spielte. Seniorengerechtes Wohnen geben nur 7,3 Prozent als Grund für eine mögliche Rückkehr nach Heiligenhaus an. Der wesentlichste Grund für den Verbleib zugezogener Bürger in Heiligenhaus ist die berufliche Perspektive. Ausbildungs- und Arbeitsplatz haben 54,6 Prozent angegeben, gefolgt von „persönlich/familiär“ (19,1) und der Infrastruktur (13,1).
Am kommenden Dienstag der Zwischenbericht im Ausschuss für Stadtentwicklung näher vorgestellt. Anschließend wird er „mit wesentlichen Akteuren der Wohnungswirtschaft reflektiert“.



Autor: Muelders -- 07.01.2014; 21:31:34 Uhr

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