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130611 So wird die Innenstadt endlich barrierefrei

 

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VON STEFAN MÜLDERS
Heiligenhaus. Vertreter der Verwaltung besprachen mit Senioren und Behinderten, wie man Hürden im Zentrum von Heiligenhaus überwinden kann.
"Für Gebäude gilt in Bezug auf Barrierefreiheit: hinkommen, reinkommen, zurechtkommen", sagte Bürgermeister Jan Heinisch gut einem Dutzend interessierter Senioren und Behinderter. "Die Feuerwehr geht dabei noch einen Schritt weiter und fordert auch noch das Herauskommen. Und wir wollen den gleichen Anspruch für die Innenstadt ansetzen."
Geladen hatten er, der Technische Beigeordnete Harald Flügge, Tiefbauamtschef Michael Krahl und Sozialamtsleiter Jörg Saborni zum Rundgang über Rathaus- und Basildonplatz sowie die gerade für Bauarbeiten gesperrte Hauptstraße. Zum einen sollte dargestellt werden, wo bereits barrierefreie Zugänge umgesetzt sind, zum anderen die Planung für die Hauptstraße besprochen und möglicherweise optimiert werden.
"Uns als Planern fehlt gerade im Bezug auf Bewegungseinschränkungen oft die nötige Praxis", gab Michael Krahl zu. Und so referierte er nicht nur, sondern hörte und sah auch aufmerksam zu, wenn die Rundgangs-Teilnehmer ihre Schwierigkeiten an einigen Stellen schilderten. Es wurde aber auch klar, dass nur selten die Bedürfnisse aller erfüllt werden können. Die Treppe zwischen Rathaus und Eiscafé als "Zufallsprodukt" ist so ein Beispiel. Aufgrund von Feuchtigkeitsschäden in der Wand hatte sie abgebaut werden müssen. "Wir hätten sie in ihrem Ursprungszustand auch wieder aufbauen können, haben uns aber beraten lassen und sie zumindest für Sehbehinderte verbessert", sagt Krahl. Das Geländer in der Mitte ist jetzt verschwunden und durch zwei Handläufe rechts und links ersetzt. Diese sowie die Stufen bieten taktile Hilfen, außerdem ist die Treppe jetzt durch ein Plateau in zwei Abschnitte geteilt.
Der Rathausplatz ist bei seiner Erweiterung barrierefrei gestaltet worden. Bordsteine wurden entfernt, er bietet nun eine große ebene Fläche. "Diese wird sich demnächst auch über die Hauptstraße fortsetzen", verspricht Krahl. Auch der Basildonplatz ist nun fast ausnahmslos barrierefrei – von der Stolperfalle Bushaltestelle mal abgesehen. Hier ist für den Zugang zum Bus eine 18 Zentimeter hohe Kante notwendig. Doch rechts und links dran vorbei sind die Wege auch nicht viel weiter. Insgesamt wurde der Platz zur Westfalenstraße um drei Meter abgetragen, die ehemals im Kellergeschoss gelegenen Zugänge zu den Ladenlokalen finden sich jetzt ebenerdig wieder.
Die starke Steigung zur Hauptstraße hin wurde durch ein Plateau abgefangen, der Zugang ist sowohl über Treppen als auch über eine Rollstuhlrampe möglich. Für ausreichend Sitzgelegenheiten wurde ebenfalls gesorgt – nicht nur vor dem Rathaus-Center, sondern auch auf der anderen Seite, deren Bedeutung erst mit Fertigstellung des Kiekert-Areals steigen wird. Ein grundsätzliches Problem ist die Topografie der Stadt und die Vorschrift, dass eine Rollstuhlrampe eine maximale Steigung von sechs Prozent aufweisen darf. Dennoch versuchen die Stadtplaner, diese Schwierigkeiten zu lösen.
Das wird um Beispiel beim Zugang beziehungsweise der Zufahrt vom Basildonplatz aus zum Hefelmannpark zu sehen sein. Noch gibt es dort lediglich eine provisorische Treppe. Anliegen der Teilnehmer war die Verteilung der Behindertenparkplätze. Hierzu gab es zahlreiche Vorschläge und den Wunsch nach mehr Informationsmaterial.

VERANSTALTUNG
Betroffene besser über Hilfen informieren
Bürgermeister Jan Heinisch regte eine Informationsveranstaltung an, bei der Betroffenen die Hilfen und wo sie in der Stadt zu finden sind, näher gebracht werden. Das dürfte insbesondere für Nutzer von Rollatoren interessant sein. Beispiel: der Universal-Schlüssel für Behinderten-WC.



Autor: Muelders -- 04.01.2014; 23:33:06 Uhr

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Anno 1995: Ein junges Landei macht sich nach erfolgreichem Abitur und engagiertem Zivildienst im örtlichen Krankenhaus auf den Weg in die urbane Welt. Ziel ist der Studienbeginn an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Noch während der ersten Semester ... mehr

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