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120111 Es läuft wie geschmiert (Rebs Zentralschmiertechnik)

 

Von Stefan Mülders
RATINGEN Wenn die Fahrradkette quietscht, hilft ein bisschen Öl. So ähnlich ist das auch bei den Anlagen, die von der Ratinger Firma Rebs Zentralschmiertechnik mit Komponenten versorgt werden. Nur sind das keine Fahrräder, sondern große Anlagen in Stahlwerken und im Automobilbau sowie Fahrzeuge auf der Schiene.
Begonnen hatte alles nach den Wirren des zweiten Weltkriegs. Die Produktionsstätten des Arbeitgebers von Alexander Rebs, dem Großvater der heutigen Geschäftsführer Alexander und Harald Rebs, waren den Zerstörungen zum Opfer gefallen. Seine eigene Erfindung aus dem Jahr 1936, ein Progressiv-Verteiler, der mittels Kolbentechnik Schmierstoffe punktgenau verteilen konnte, war 1948 die Basis für die Gründung eines eigenen produzierenden Unternehmens. Dieser Verteiler wird bei Rebs auch heute noch hergestellt, macht aber einen eher geringfügigen Anteil des Geschäftes aus. In der Stahlindustrie ist Rebs immer noch ein gefragter Zulieferer, aber auch im Automobilbau oder dem Schienenverkehr ist das Ratinger Unternehmen Technologieführer. Lösungen von Rebs sorgen dafür, dass Stranggussanlagen in Hüttenwerken in Deutschland - aber auch in Korea, Shanghai und Taiwan - eine längere Lebensdauer haben. „In Stranggussanlagen wird flüssiger Stahl kontinuierlich gegossen und später abgekühlt für die Weiterverarbeitung in große Blöcke getrennt“, erklärt Alexander Rebs. „Alle Bauteile sind entsprechend extremen Bedingungen, nämlich Hitze, Wasser und Schmutz, ausgesetzt. Das ist auch die besondere Anforderung an unsere Produkte.“ In einem von der Firma Rebs entwickelten und patentierten Verfahren werden Schmierstoffe mittels Luft transportiert und punktgenau auf die bei großen Anlagen 2500 Wälzlager aufgebracht. „Das verdoppelt deren Lebensdauer, was zu erheblicher Kostenreduzierung führt.“ Noch spezifischer sind die Anforderungen an Kettenschmieranlagen für den Automobilbau. Hier kommen Rebs-Produkte zum Beispiel in Trocknungsanlagen zum Einsatz. „Die Öle dürfen natürlich nicht auf die Karosserie gelangen. Sie müssen deshalb besonders genau auf die Reibstellen aufgespritzt werden und verdampfen anschließend rückstandsfrei.“
Im Schienenverkehr kann es mitunter auch mal quietschen. Das geht aber immer einher mit einem Materialverschleiß, den es möglichst zu verhindern gilt. Rebs-Schmieranlagen bringen die Öle je nach Wunschwirkung auf den Spurkranz oder auf die Lauffläche auf. Letzteres aber nur sehr selten in ganz speziellen Anwendungen und mit Spezialschmierstoffen, weil dort die Bremswirkung auf keinen Fall beeinflusst werden darf. Relativ neu sind Entwicklungen für die Stromabnehmer von Straßenbahnen, den Pantographen. Hier werden Anlagen zum Enteisen des Fahrdrahts geliefert.
Büros und Fertigung befinden sich in Ratingen, das chinesische Tochterunternehmen, das Alexander Rebs regelmäßig besucht, wurde für den ostasiatischen Markt aufgebaut, nicht um in Deutschland Produktionskosten zu sparen. Fachkräfte seien zwar insgesamt schwierig zu finden, doch Rebs wurde über ganz normale Stellenanzeigen und Headhunter fündig. Eine wichtige Strategie war auch, in der Krisenzeit, die 2010 mit leichter Verzögerung beim Zulieferer ankam, über Kurzarbeitsregelungen alle Mitarbeiter zu halten.

Das Unternehmen
Rebs Zentralschmiertechnik wurde 1948 von Alexander Rebs gegründet. Heute führen dessen Enkel Alexander und Harald das Unternehmen gemeinsam in dritter Generation. Seit der Gründung ist die Expansion eigentlich nie zum Erliegen gekommen. 1988 wurde ein neues Fertigungsgebäude in Ratingen bezogen und inzwischen zwei Mal erweitert, in den 1990er Jahren die Tochter in China gegründet. Weltweit beschäftigt Rebs 140 Mitarbeiter, 85 davon am Standort Ratingen.



Autor: Muelders -- 22.02.2012; 11:21:21 Uhr

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