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Von Stefan Mülders
RATINGEN Manchmal sind es die zufälligen Begegnungen im Leben, aus denen sich etwas Großes entwickelt. So war es auch in den 1960er Jahren, als Jost Winter in Düsseldorf auf einen Unternehmerkollegen der Region traf. Der suchte jemanden, der ihm Rotoren für die Ausrichtung von Parabolantennen auf mobilen Masten von Fahrzeugen liefern kann. Für den Ratinger Maschinenbau-Ingenieur zwar Neuland, aber machbar. Seitdem haben Winter und seine Mitarbeiter die Technik weiter entwickelt und zählen im Segment der Antennenrotoren mit dazugehöriger Positionierungssteuerung Bundeswehr, NATO, Regulierungsbehörden und Fernmeldeämter zu ihren Kunden. „Die Satellitenschüsseln auf den mobilen Antennenmasten müssen sehr präzise ausgerichtet werden und die dazugehörige Technik besonders robust sein“, erklärt Thomas Winter, der heute gemeinsam mit zwei Ingenieuren, seinem Bruder Stefan Winter und Dr. Markus Osterloh, die Geschäfte führt. Die Herstellung der Rotoren erfolgt in Kleinstserien, angepasst an die individuellen Bedürfnisse der Kunden. Fertigung und Endmontage eines Rotors dauert jeweils rund vier Monate.
Unternehmensgründer Wilhelm Winter hatte nach dem 2. Weltkrieg klein angefangen. Mit Jauchepumpen, Rübenpressen und Ölmühlen zog er damals durch die Lande und ließ sich diese von den Bauern mit Naturalien bezahlen. Er setzte sie zum Teil wieder ein, um neue Materialien zu besorgen und die Maschinen herstellen zu lassen. „Damals waren Lebensmittel das Nötigste, was die Menschen brauchen“, erzählt Jost Winter aus der Erinnerung seines Vaters. Der erkannte schon bald die Notwendigkeit, eine eigene Fertigung aufzubauen. Seine Firma entwickelte hydraulische Pressen zur Druckprüfung von Großrohren aus Stahl bis zu einer Länge von 18 Metern. Die erforderlichen Prüfdrücke bis zu 1000 bar wurden von Wasserhochdruckpumpen aus eigener Fertigung erzeugt. Weiter wurden öl- und wasserhydraulische Pressen für die verschiedensten Einsatzzwecke entwickelt und geliefert.
Heute liegt eine Spezialisierung im Bau von kompletten Fertigungslinien für die Heizkörperherstellung, von denen etwa zwei bis drei Anlagen pro Jahr ausgeliefert werden. Hydraulische Zylinder von Winter Maschinenbau finden sich zum Beispiel in Müllverbrennungsanlagen. „Der Müll muss je nach Zusammensetzung und Brennwert mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten in den Brennraum eingebracht werden. Das ist mit unseren speziell für diese Anwendung ausgelegten Hydraulikzylindern viel exakter als mit mechanischen Getrieben und stufenlos regelbar“, erklärt Thomas Winter. Aus der langjährigen Erfahrung heraus werden im Unternehmen auch Sondermaschinen aller Art produziert.
Ausgebildet wird bei Winter zurzeit nicht. Aber das Familienunternehmen spürt den Fachkräftemangel und denkt derzeit über eine Kooperation mit dem Campus Heiligenhaus/Velbert nach. „Jugendliche fühlen sich in Großunternehmen besser aufgehoben, obwohl sie dort nur einer unter vielen sind“, sagt Thomas Winter.

Das Unternehmen
Wilhelm Winter gründete unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg die heute nach ihm benannte Maschinenbaufirma in Ratingen. 1964 stieg sein Sohn Jost ins Unternehmen ein, übernahm 1973 die alleinige Geschäftsführung. Zurzeit zieht er sich aus der Verantwortung zurück, seine Söhne Stefan und Thomas führen die Geschäfte gemeinsam Dr. Markus Osterloh.
Aus dem anfänglichen Geschäft mit Pressen und Pumpen wurde eine Produktpalette mit Komplettlösungen für die Blechverarbeitung, Sondermaschinen, Hydrauliksystemen und Feinmechanik.
www.wilhelmwinter.de



Autor: Muelders -- 02.11.2012; 21:02:52 Uhr

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