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Von Stefan Mülders
RATINGEN Viele Millionen Menschen nutzen indirekt jedes Jahr Produkte der Ratinger Firma Rollon, ohne es zu wissen. Rollon hat sich auf „Linearführungskomponenten“ spezialisiert. Diese kennt Ottonormalverbraucher in einfacher Ausfertigung vielleicht noch aus der Schublade, doch Rollon stellt seine Bauteile für wesentlich komplexere Anwendungen her. Zu finden sind die Schienen aus Ratingen im Bahnverkehr, in Logistik-Zentren, im Automobilbau, in Flugzeugen, Spezialfahrzeugen oder der Medizintechnik. Und fast überall sind die Anforderungen an das Material unterschiedlich. „Unser Ziel ist es, als Komplettanbieter für jede Anwendung das geeignete Produkt anbieten zu können“, sagt Geschäftsführer Rüdiger Knevels, dessen Eintritt in das Unternehmen mit einer Art Neuanfang verbunden war. Denn erst seit 2006 ist Rollon breiter aufgestellt, hat sich neue Absatzmärkte erschlossen. Im Schienenverkehr hat es seitdem bis zur Marktführerschaft gereicht, zu finden sind die Produkte in Türführungen, Batterieauszügen, Trittsystemen sowie der Sitz- und Tischverstellung. „Hier kommt es eher auf die Robustheit an, weniger auf hohe Präzision“, sagt Knevels. „Türführungen und Trittsysteme müssen besonders gegen Korrosion geschützt sein, Batterieauszüge hohes Gewicht aushalten.“ Ganz anders ist das in der Medizintechnik. Die besonders leisen Laufschienen für Laborausrüstungen erfordern eher filigrane Lösungen.
„Vor der Erweiterung verfügte Rollon im Wesentlichen über drei Produktgruppen, deren Marktanteil zwar groß, das Potential aber begrenzt war.“ Es handelte sich dabei um Teleskopführungen, Kugelkäfig-Systeme und Laufrollen-Führungen, die natürlich auch heute noch zum Portfolio gehören und zum Beispiel in vollautomatischen Hochregalen zum Einsatz kommen. Neben der Erweiterung der Produktpalette setzt Knevels auf hohe Flexibilität für individuelle Sonderlösungen. „Zurzeit macht dieser Bereich rund 35 Prozent unseres Umsatzes aus, deutlich mehr als im Branchendurchschnitt, der bei fünf Prozent liegt.“ Rüdiger Knevels will den Umsatz in Deutschland innerhalb der nächsten fünf Jahre noch einmal verdoppeln – auf dann 40 Millionen Euro pro Jahr. Mit den neuen Produkten sieht er das trotz Finanzkrise als realisierbar an. Dazu soll auch der Standort Ratingen weiter ausgebaut werden. Natürlich benötigt er dafür auch Fachkräfte. „In den ersten Jahren konnten wir unseren Personalbedarf noch aus unseren persönlichen Netzwerken rekrutieren. Doch diese Quellen sind durchaus endlich“, hat Knevels erkannt. Seit drei Jahren beschäftigt sich das Unternehmen daher intensiv mit den Rekrutierungsmöglichkeiten, hat vor vier Jahren mit der Ausbildung für den logistischen und kaufmännischen Bereich begonnen. Doch in Zukunft werden vor allem noch Vertriebsingenieure gesucht. Neben der Präsenz auf Messen wie der Tobjob in Ratingen wird im kommenden Jahr ein duales Studium in Kooperation mit der Fachhochschule Neuss angestrebt. „Als relativ kleines Unternehmen punkten wir mit angenehmem Arbeitsklima, gemeinsamen Aktivitäten und familiärer Atmosphäre.“

Das Unternehmen
Rollon Deutschland wurde vor 20 Jahren gegründet und hat heute rund 60 Mitarbeiter. Weltweit sind es in dem Konzern mit italienischer Mutter in der Nähe von Mailand etwa 250 Mitarbeiter. Vor fünf Jahren lag der Jahresumsatz in Deutschland bei zehn Millionen Euro, inzwischen wurde er auf 22 Millionen mehr als verdoppelt. Damit trägt das Unternehmen mit Sitz in Ratingen fast zur Hälfte zum weltweiten Umsatz bei. Im September wurde mit dem Zukauf von „El.more“ die Palette um einen Anbieter von kompletten Linearachsen (einbaufertige Module) erweitert.



Autor: Muelders -- 07.02.2012; 00:19:54 Uhr

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