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VON STEFAN MÜLDERS
Serie Fachkräftemangel. Maschinenbauer und Ingenieure aus Ratingen sind in der ganzen Welt gefragt. Tünkers Maschinenbau wurde deutschlandweit durch Roboter und den "MoVi" bekannt.
Tiefenbroich "Ohne Tünkers wären wir alle Japaner." Als Werbespruch könnte das im Prinzip auf jedem Automobil der Welt stehen - außer denen japanischen Ursprungs. Denn das sind die einzigen Automobilhersteller, die nicht auf Technik made in Ratingen vertrauen. "Wir bauen alles, was zum Autobau notwendig ist", sagt Bernd Hartung, Ausbildungsleiter bei Tünkers. Und die Auftragsbücher sind zurzeit voll, wie die Werkshallen beweisen: Überall wird geschraubt, gesägt, gebohrt, geprüft und gereinigt. Die Zerspaner laufen auf Hochtouren. Und das alles auf engstem Raum, denn "wir produzieren zurzeit schneller als die fertigen Teile abgeholt werden". So wirkt es bisweilen etwas unaufgeräumt.
Aber nur, weil die großen Greifer und meterlangen Förderbänder eben ihren Platz benötigen. Sie sind das Hauptgeschäft für den Maschinenbauer.
Angefangen hatte alles mit der Unternehmensgründung und einem ersten Patent in den frühen 1960er Jahren. Für Ford entwickelte Tünkers einen "Kniehebelspanner". Auf diesem relativ kleinen Bauteil fußt die gesamte Firmengeschichte bis hin zum heutigen Global Player. Die Spanner werden heute noch, in inzwischen vielen Größen und Variationen, komplett in Ratingen gefertigt. Von einzelnen Elektronikbauteilen wie den so genannten "Anforderungen" mal abgesehen.
Und manchmal wundert es, dass in einem Betrieb, der die Automatisierung im Automobilbau mit vorantreibt, noch so viele Menschen Handarbeit leisten. "Wir können hier nicht so viel automatisieren. Jedes Produkt ist ein Unikat", erklärt Hartung. Und so werden bei Tünkers viele Fachkräfte benötigt, die präzise arbeiten können und mit Spaß bei der Sache sind. Die werden nach Möglichkeit selbst ausgebildet.
Zwölf Azubis aller Lehrjahre sind in den Betrieb integriert, darunter eine Mechatronikerin in der "Kooperativen Ingenieurs-Ausbildung" (KIA) am Campus Heiligenhaus/Velbert. Hierbei wird die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzt und um ein zweijähriges Studium ergänzt. Wobei in allen vier Jahren sowohl im Betrieb gearbeitet als auch studiert wird - mit unterschiedlicher Stundengewichtung. Auch im kommenden Jahr sollen neue Mechatroniker (Realschulabschluss) und Zerspaner (Hauptschule mit Qualifikation) ausgebildet werden. "Neben den empfohlenen Schulabschlüssen ist aber vor allem der Willen, den Beruf zu lernen und auszuüben, wichtig", betont Hartung. Dass Tünkers auch für den "Hausgebrauch" Produkte hat, haben sie erst vor kurzem mit dem "MoVi", einer dreirädrigen Alternative zu "Segways", bewiesen. Das elektrobetriebene Fahrzeug wird inzwischen von Stadtwerken und den Ratinger Bädern eingesetzt und ist ab 2000 Euro zu haben. Grundidee dafür war vor Jahren eine Art "Butler" für gehbehinderte Menschen, der auch im eigenen Betrieb zum Einsatz kommen sollte. Die Weiterentwicklung kann man heute als "airport-Scooter", die Gepäckwagen zusammenschieben und transportieren, an vielen Flughäfen in der ganzen Welt sehen - und als Golf-Scooter auf diversen Rasenplätzen. Vorgängerversionen, deutlich eckiger und einfacher gehalten, fahren bei Tünkers durch die Hallen und bewegen Bauteile von A nach B.



Autor: Muelders -- 07.02.2012; 00:20:57 Uhr

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