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120410 Saisonstart am Blauen See

 

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Seit dem 1. April stehen die Attraktionen des Ratinger Naherholungsgebietes wieder für die Besucher offen. Am Osterwochenende spielte das Wetter noch nicht mit, aber die Pächter hoffen auf baldigen Zulauf.
Von Stefan Mülders
Ratingen Noch ist es ruhig rund um den Blauen See. Denn leider spielte das Wetter rund um die Ostertage nicht so mit, wie es für Freiluftaktivitäten eigentlich sein sollte. Zu kalt und zu nass ist gerade für Familien nicht einladend, Boot zu fahren, im Außengelände Kaffee und Kuchen zu genießen oder durch den Märchenzoo zu spazieren.
Die Pächter warten seit Anfang April trotzdem auf Gäste. Wie Stella Schickerling, die seit fünf Jahren die Boote unterhalb des Café Seeblick vermietet. Fünf Euro kostet die halbe Stunde pro Ruder- oder Tretboot. „Im vergangenen Jahr haben wir alle einer kleinen Überholung unterzogen“, sagt Schickerling. Weil nach bisherigen Ein- oder Zweijahres-Pachtveträgen nun endlich die Aussicht auf fünf Jahre gestellt ist, will sie bis zum Sommer, pünktlich zur Hauptsaison, noch mal etwas mehr investieren. Ein neuer, bunterer Anstrich soll her und Holzbauteile werden erneuert. Am anderen Ufer des Sees fällt das Wikingerschiff aus den Pipi-Langstrumpf-Vorführungen der vergangenen beiden Jahre ins Auge. „Das habe ich vor der feierlichen Verbrennung retten können“, sagt Stella Schickerling mit einem Lächeln. „Jetzt nutze ich es als Attraktion für Kindergeburtstage.“ Für 30 Euro können bis zu zehn Personen zwei Stunden lang auf dem See schippern. Bei Bedarf kümmert sich Schickerling auch um weitere Aktivitäten wie zum Beispiel eine Schatzsuche.
In diesem Jahr zeigt Theater Concept auf der Naturbühne „Die Abenteuer von Pettersson und Findus“. Beginnend mit dem Pfingstwochenende werden bis zum 16. September samstags und sonntags um 15.30 Uhr Vorstellungen angeboten. Im Juli und August können zusätzlich mittwochs bis zu 1.200 Personen dem Stück auf den überdachten Sitzplätzen folgen.
Tauchen für acht Euro
Seit drei Jahren kommen auch Taucher am Blauen See auf ihre Kosten. Direkt neben dem Bootssteg ist die Einstiegsstelle. Für acht Euro pro Tag können Unterwasserfreunde sich hier „austoben“. Neben der Tiefe von 15 Metern sind hier besonders die alten Abbaustollen, die heute spannende Unterwasserhöhlen bilden, interessant. Die größte Höhle erstreckt sich auf eine Länge von über 100 Metern. Außerdem beherbergt das ehemalige Kalksandsteinabbaugebiet noch Reste der damaligen Infrastruktur. So sollen unter Wasser Schienenreste, alte Eisenbahnwaggons und ein Motorrad zu finden sein. Mit etwas Glück trifft man auch auf eine lebende Attraktion: Ein Wels von rund zwei Metern Länge wurde sogar schon über Wasser gesichtet. Wieder zurück an der Oberfläche lädt das Café Seeblick zum Verweilen ein. Üblicherweise wird hier Kaffee und Kuchen angeboten, bei gutem Wetter wirft Anke Schickerling, Stellas Schwägerin, zusätzlich den Grill an. Auch sie freut sich schon auf einen längeren Pachtvertrag, der hoffentlich bald unterzeichnet werden kann. „Wir haben schon Renovierungen am Gebäude vorgenommen und müssen noch einige Platten auf der Terrasse austauschen.“ Auch die Eisenbahn, auf der bis zu neun Kinder gleichzeitig Platz nehmen können, bedarf regelmäßiger Reparaturen.
Derartige Attraktionen und die kostenfreien Kinderspielplätze, die von den Pächtern für dieses Jahr eingerichtet wurden, sind wichtig am Blauen See. Der bisherige Pächter der Erlebniswelt, Holger Peters, musste sein Geschäft kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Ein neuer Pächter ist aber schon in Sicht und soll in dieser Woche unterschreiben. Keine Nachfolge hingegen gibt es für das Gelände des bisherigen Indianercamps. Alle Infos: www.blauersee-ratingen.de

Interessantes Buch
In dem Buch „Kleiner Wichtel Peer - Geschichten um einen kleinen Wichtel am Blauen See in Ratingen“ beschreibt Luisa Hallmann unter anderem auch einige historische Informationen rund um das Ratinger Kleinod. So erfährt der Leser zum Beispiel, warum der See seinen Namen trägt. Das Buch ist unter der ISBN 978-3925323973 erschienen und in Einzelexemplaren zum Beispiel über das Internet erhältlich.

Tierischer Märchenwald
Ratingen (stemu) Schon kurz nach dem Durchschreiten des Eingangs werden die Besucher von markerschütternden Schreien begrüßt: Die freilaufenden Pfauen verkünden, wer gerne Herr auf dem Gelände wäre. Und manchmal unterstreichen es die Männchen mit einem wunderschön anzuschauenden Rad, das sie schlagen. Nicht nur für Kinder eine Besonderheit. Der Märchenzoo ist die älteste Attraktion am Blauen See. Seit 60 Jahren gibt es das 33.000 Quadratmeter große Gelände oberhalb des Gewässers. Damals beherbergte es noch keine Tiere, später zogen die ersten Ziegen zwischen den Märchenhütten ein. Seitdem Heike und Thomas Klimmeck-Kohnen das Gelände vor rund elf Jahren übernahmen, wuchs der Zoo stetig an. Inzwischen sind es fast 100 Tiere, die dort leben. „Seit einiger Zeit sind wir auch offiziell als Zoo anerkannt“, sagt Thomas Klimmeck-Kohnen. Selbst Rhesus-Affen, die oft noch nicht einmal in großen Zoos zu finden sind, beherbergt er auf dem Ratinger Gelände. Dazu kommen Enten, verschiedene Hühnerarten, Pony und Esel, Ziegen, Schafe, Meerschweinchen und Hasen. Doch auch Papageien findet man, wie die Primaten gut geschützt in wärmenden und verglasten Häuschen. Die Klimmeck-Kohnens sind beide keine gelernten Tierpfleger, kümmern sich aber sehr liebevoll um ihre „Mitbewohner“ und haben inzwischen alle notwendigen Prüfungen und Voraussetzungen für den Betrieb eines solchen Kleintierzoos erfüllt.
Der zweite und ursprüngliche Schwerpunkt des Geländes sind die Märchenhäuschen. Ihnen merkt man, abgesehen von den steten Aufarbeitungen, den Charme ihrer Entstehungszeit an. Auf Knopfdruck werden die dargestellten elf Märchen in Kurzform erzählt, in nostalgisch anmutender Schallplattenqualität der 1950er Jahre. „Wir denken über eine Modernisierung nach, was aber in erster Linie durch Probleme mit der Stromversorgung begründet ist.“ So wird die Nostalgie der Märchenwelt trotz vielleicht moderner Technik weiter erhalten bleiben. Geöffnet ist der Märchenzoo auch den Winter hindurch jeweils ab 11 Uhr. Die Eintrittspreise liegen bei zwei Euro für Kinder und drei Euro für Erwachsene.



Autor: Muelders -- 02.11.2012; 21:09:20 Uhr

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