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120316 Spediteur Weiss feiert Jubiläum

 

Von Stefan Mülders
HEILIGENHAUS Als Erich Weiss vor 75 Jahren sein Gewerbe „Gütertransport im Güternahverkehr“ anmeldete, gab es für diese Branche noch geringe Auflagen. „Mein Vater hat damals sein Motorrad verkauft, um sich vom Erlös und dem Kredit der Bank den ersten LKW zu kaufen“, berichtet Klaus Weiss, der heutige Geschäftsführer in der Heiligenhauser Spedition. Das kleine Unternehmen hatte zunächst Erfolg, bis der Gründer 1939 an die Front berufen wurde. In den Kriegsjahren kam das Unternehmen zum Erliegen. „Von den drei oder vier Fahrzeugen wurden die meisten konfisziert, nur eines konnte meine Mutter retten.“ Und das auch nur, weil sie zusammen mit Freunden in einer Nacht- und Nebelaktion den LKW mit Militärfarbe tarnte. Dieser Wagen war 1945 Grundlage für einen Neuanfang, nachdem Erich Weiss aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war.
Die ersten bürokratischen Hürden, damals noch recht einfach zu bewältigen, kamen mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Es folgten Eintrag ins Handelsregister und Beitritt zur Industrie- und Handelskammer. In den Folgejahren wuchs sie Spedition, 1954 erfolgte die Gründung der Hamburger Niederlassung. In Heiligenhaus waren in den 1960er und 1970er Jahren Neu- und Erweiterungsbauten erforderlich. Kurz vor Beginn des neuen Jahrtausends wurde die Spedition Weiss Gründungsmitglied des „International Logistic Network“ (ILN), in dem bis heute europaweit 135 Partner vernetzt sind. 2003 begann man die Kooperation mit der Gesamtschule Heiligenhaus, in der regelmäßig Schülern Einblick in das Unternehmen gewährt wird.
Einfach so ein Fahrzeug auf der Straße zu lenken ist schon lange nicht mehr möglich. „Heute ist die Ausbildung zum Berufskraftfahrer eine hochspezialisierte Angelegenheit“, sagt Ralf Petersen, Verkaufsleiter der Spedition und selbst viele Jahre „auf dem Bock“ zuhause. „Es gehören detaillierte technische Kenntnisse, Wissen zur Ladungssicherung und bei uns zum Beispiel eine Gefahrgutzulassung dazu. Qualifizierte Fahrer zu bekommen, ist heutzutage gar nicht einfach.“ Zumindest in diesem Bereich ist dem Logistik-Gewerbe der Begriff „Fachkräftemangel“ nicht unbekannt. In der Verwaltung einer Spedition sind zahlreiche Vorschriften und Regeln zu beachten, die häufig mit Prüfungen und Zertifikaten verbunden sind. So wird seit der neuesten EU-Verordnung ein Verkehrsleiter benötigt und für die Gründung oder Leitung einer Spedition ist die per IHK-Prüfung zu erwerbende „Bescheinigung der fachlichen Eignung für den Güterkraftverkehr“ nachzuweisen. „Dazu kommen zahlreiche Prüfvorschriften. Das beginnt beim Rolltor, geht weiter über die Fahrzeuge auf dem Firmengelände wie zum Beispiel Stapler und bis hin natürlich zu den LKW selbst.“ Und dann gibt es noch die mehr oder weniger freiwilligen Zertifikate und Qualitätsmerkmale. Im Falle der Spedition Weiß sind das zum Beispiel in der Zollabwicklung sämtliche Zulassungen für die elektronische Aus- und Einfuhrabfertigung und seit dem 10. April 2010 die Bescheinigung als „Authorized Economic Operator“ (AEO). Diese bestätigt dem Unternehmen eine besonders sichere Abfertigung im Zollverkehr und hat zum Beispiel eine schnellere Abwicklung bei einzelnen Transporten zur Folge.

Heute wird gefeiert
Heute Mittag wird in der Spedition Weiss mit 70 bis 80 geladenen Gästen das Jubiläum gefeiert. Neben wenigen kurzen Reden wird Hauptattraktion ein Comedy-Duo sein, das sich dem Thema „Teamwork“ auf humoristische Weise annimmt.
Derzeit beschäftigt die Spedition deutschlandweit rund 80 Mitarbeiter, etwa zwei Dutzend davon sind Fahrer für die 18 LKW.



Autor: Muelders -- 13.06.2012; 21:55:38 Uhr

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