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120128 Geocaching fördert Wildunfälle

 

Wildernde Hunde und moderne Schnitzeljagden mit GPS-Empfängern waren für die Jäger im vergangenen Jahr Problemfelder. Mit Aufklärung soll für die Natur sensibilisiert werden.

Von Stefan Mülders
KREIS METTMANN Geocaching ist nicht nur für technikaffine Menschen ein Freizeittrend, der schon vor einiger Zeit aus Amerika nach Deutschland kam und auch in Düsseldorf und im Kreis Mettmann immer mehr Anhänger findet. Die Zahl der „modernen Schnitzeljäger“ nimmt stetig zu und mit ihnen auch die Orte, „Caches“ genannt, die sie mit GPS-Unterstützung finden wollen. Die Hinweise dazu bekommen sie in Internetforen und genau dort hinterlassen sie auch die Notiz, wenn sie erfolgreich waren. Für die Kreisjägerschaft ist dieser neue Trend zu einem Problem geworden, das es zu lösen gilt: Es konnte ein direkter Zusammenhang mit den „Caches“ und der Häufung von Wildunfällen festgestellt werden.
„Allein in Düsseldorf existieren inzwischen über 2000 Caches“, erklärte der Kreisvorsitzende Gerd Spiecker vor der Versammlung von Öffentlichkeitsarbeitern der 17 Hegeringe der Kreisjägerschaft. „Und diese befinden sich auch an ungewöhnlichen Orten, zum Beispiel auf einer Insel im Angermunder See.“ In dem ist das Baden verboten und das Erreichen des Ziels eine besondere Herausforderung. Nicht so bei Caches, die innerhalb von Waldgebieten liegen. Hier finden sich häufig Mitteilungen wie „Querfeldein und gefunden“. Und das zu jeder Tageszeit. „Dabei wird das Wild aufgeschreckt und aus seinem gewohnten Lebensumfeld vertrieben. Es läuft auf die Straße und wird dort angefahren.“ Durch Autounfälle kamen zwischen April 2010 und März 2011 mit 252 Rehen fast ein Drittel aller „auf der Strecke gebliebenen“ Tiere ums Leben. Die Jäger haben damit begonnen, Kontakt zu den Geocachern aufzunehmen, um gemeinsame Lösungen zu finden, damit zum einen das Hobby weiter betrieben werden kann, zum anderen die Natur ausreichend berücksichtigt wird. Das ist aber bei einer überwiegend online vernetzten Gemeinschaft gar nicht so einfach.
Ein anderes Problem im vergangenen Jahr waren wildernde Hunde. Insbesondere im Erkrather Gebiet rissen sie neun Rehe. Durch massive Öffentlichkeitsarbeit gingen genug Hinweise ein, die letztendlich dazu führten, die Hunde zu stellen. Natur- und Umweltschutz und damit verbunden die umfassende Aufklärung der Bevölkerung gehören zu den Kernaufgaben der Jägerschaft. Bausteine sind die Aktionswochen „Lernort Natur“ für Schulklassen im Wildpark Düsseldorf und die „Rollende Waldschule“. Mit diesem Anhänger besuchen die Jäger Kindergärten, Grundschulen und Seniorenheime und bringen Interessierten die Natur auf diesem Wege näher.
In Düsseldorf und im Kreis Mettmann sind insgesamt 3242 Jagdscheine registriert, 1750 von ihnen in der Kreisjägerschaft organisiert. „Im Düsseldorfer Stadtgebiet gibt es nur wenige Jagdgebiete, daher fahren von dort aus viele in die Eifel, das Sauerland oder den Hunsrück und sind dann auch in den dortigen Kreisen organisiert“, sagt Gerd Spiecker.

Humoristische Aufklärung
Für kurzweilige Unterhaltung sorgte beim Jägertreff ein Autor aus eigenen Reihen. Wolfgang Bessel rezitierte aus seinen eigenen Büchern die von ihm geschaffene Figur „Willi Püttmann“. In Ruhrpottslang erzählt der Jäger aus seinem Leben und bringt so auf humorvolle Weise die Aufgaben des Hobbys auch Unkundigen näher. Wie beiläufig erfährt der Leser so zum Beispiel, dass der Schuss selbst gerade mal ein Prozent des Jägerseins ausmacht.
www.bessel-autor.info



Autor: Muelders -- 04.04.2012; 23:43:49 Uhr

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