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121221 Wirksamer Schutz gegen Einbrecher

 

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VON STEFAN MÜLDERS
Ratingen. Die Polizei gab gestern in der Innenstadt wertvolle Tipps, wie man seine vier Wände sicherer machen kann.
Die aktuelle Einbruchsstatistik liegt der Polizei noch nicht vor, doch allgemein steigt in der dunklen Jahreszeit die Zahl dieser Straftaten deutlich an. "Beginnend ab September stellen wir jedes Jahr einen Anstieg der Wohnungseinbrüche fest", sagt Ulrich Löhe von der Kreispolizei Mettmann. "Die Täter nutzen offensichtlich die frühe Dunkelheit, um verlassene Wohnungen auszumachen."
Entgegen landläufigen Meinungen schlagen Einbrecher nicht nachts zu, sondern tagsüber. Dann, wenn Bewohner arbeiten, in der Schule sind oder einkaufen. Insgesamt war zuletzt ein Anstieg der Einbruchszahlen zu bemerken: von 222 Fällen in 2010 stieg die Zahl in Ratingen im vergangenen Jahr auf 342. "Wir hoffen und rechnen damit, dass wir in diesem Jahr darunter bleiben", schätzt Löhe das noch nicht abgeschlossene Jahr ein.
Weil gerade jetzt die Gefahr der Wohnungseinbrüche wieder steigt, ist das Infomobil der Kriminalprävention zurzeit im ganzen Kreisgebiet unterwegs, um zu beraten und aufzuklären. In dieser Woche stand es in Ratingen, aufgrund des Weihnachtsmarktes etwas abseits vom Marktplatz in der Lintorfer Straße. Es dauerte nicht lange, da fragte eine Passantin nach grundsätzlichen Informationen zu Telefonnummern. "Das ist der Klassiker in unseren Beratungsgesprächen vor Ort", erklärt Ralf Billen. "Entweder die Menschen möchten wissen, wo sie sich näher informieren oder wo sie Verdachtsfälle melden können."
Doch Billen und Kollegen geben auch ganz konkrete Tipps, wie sich Einbrüche möglicherweise verhindern lassen. "Es muss der Eindruck erweckt werden, dass jemand zuhause ist. Licht anlassen ist eine wirksame Maßnahme, aber auch Bewegungsmelder können abschreckend wirken." Im Urlaub sollte dafür gesorgt werden, dass sich jemand um die Wohnung kümmert: Briefkasten leeren, Jalousien oder Vorhänge bewegen und Lichtschalter betätigen machen es zumindest schwerer, die Abwesenheit zu erkennen.
"Beliebt ist heutzutage, seinen Urlaub über soziale Netzwerke zu verbreiten. Das könnte auf Einbrecher durchaus einladend wirken." Generell sollte alles dafür getan werden, die längere Abwesenheit nicht auffallen zu lassen. Außerdem wirke jegliche sichtbare Sicherungstechnik abschreckend. Kameras, ob tatsächlich filmend oder nicht, halten oft schon vom Einbruch ab. "Allerdings bewegen wir uns hier in einer Grauzone, denn grundsätzlich wird durch eine Videokamera in das Persönlichkeitsrecht eingegriffen."
Speziell gesicherte Fenster und Türen werden ebenfalls empfohlen. "Dabei gilt: Ein auf Kipp stehendes Fenster ist ein offenes Fenster", mahnt Billen. Das Aufbrechen von Fenstern und Türen insbesondere im rückwärtigen Bereich der Häuser gehört zu den häufigsten Einbruchsarten. Durch Sicherung wird das erschwert, Täter geben nach wenigen Minuten des Misserfolgs wieder auf.
Es existieren die unterschiedlichsten Varianten von Panzerquerriegeln, Fenster- und Terrassentürverriegelungen. Diese gibt es auch in den unterschiedlichsten Preisklassen. "Das Landeskriminalamt zertifiziert Firmen, die entsprechende Riegel und Schlösser anbieten. Die Liste kann in unserer Beratungsstelle nachgefragt werden", sagt Billen. Bei Schiebetüren hilft oft schon die günstige Variante, ein in der Länge passendes Kantholz auf die Schiebeschiene zu legen und damit die Türe zu blockieren.
Alarmanlagen können hilfreich sein, lösen aber auch oft Fehlalarme aus. In der Nachbarschaft führt das häufig zu sinkender Aufmerksamkeit.

Beratung
Die Mitarbeiter kommen auch nach Hause
Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle befindet sich in Erkrath-Hochdahl in der Sedentaler Straße 110. Im Winter sind die Mitarbeiter mit dem Infomobil unterwegs.
Die Berater der Polizei kommen auch zu Interessenten nach Hause, um vor Ort die entscheidenden Tipps zu geben, was sich an der Einbruchssicherheit verbessern lässt.
Bei verdächtigen Beobachtungen ist entweder die 110 zu rufen oder die 0800 GIBACHT (4422248).
www.polizei-beratung.de.



Autor: Muelders -- 31.03.2013; 22:47:42 Uhr

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Anno 1995: Ein junges Landei macht sich nach erfolgreichem Abitur und engagiertem Zivildienst im örtlichen Krankenhaus auf den Weg in die urbane Welt. Ziel ist der Studienbeginn an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Noch während der ersten Semester ... mehr

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