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VON STEFAN MÜLDERS
Heiligenhaus. Der Wegzug von Gewerbebetrieben und fehlenden Neuansiedlungen von Firmen gehören zu den dicken Brettern, die die Wirtschaftsförderung in Heiligenhaus bohren muss. Soll- und Ist-Ansprüche passen nicht zusammen.
Der Wirtschaftsförderung mangelt es nicht an Themen. In ihren Haushaltsreden haben Peter Kramer (SPD) und Reinhard Schulze Neuhoff (FDP) die Förderer kritisiert (RP berichtete). Im Fachausschuss sollen Vorschläge erarbeitet werden, wie man wegkommt von Monokultur und langfristig höhere Gewerbesteuer-Einnahmen sichern kann. Weiterer Wegzug soll verhindert werden. Die RP zeigt Beispiele, wo willigen Gewerbetreibenden der Schuh drückt.
Aus der Stadt wegziehen wird die Firma Beyer & Müller Heiligenhaus (BMH). Seit 125 Jahren an der Hauptstraße angesiedelt produziert das Unternehmen Schlösser und Beschläge für Immobilien. 85 Mitarbeiter erwirtschafteten 2011 einen Umsatz von 12,3 Millionen Euro. Anfang des Jahres fasste das Unternehmen den Beschluss, nach Velbert zu ziehen.
"Schweren Herzens, denn uns verbindet eine lange Tradition mit der Stadt", sagt Geschäftsführer Matthias Kohl. 2007 hatte er sich erstmals an die Stadt gewandt. Damalige Pläne, gemeinsam mit einer weiteren Firma den ehemaligen Bundeswehr-Standort Talburgstraße zu erwerben, scheiterte an zu hohen Preisvorstellungen des Eigentümers.
"In der Wirtschaftskrise war ich froh, doch kein großes Bau- und Umzugsprojekt an den Hacken zu haben", sagt Kohl. 2011 aber wandte er sich erneut an die Stadt, Gespräche für das Gebiet Grüner Jäger wurden aufgenommen. Aber richtig vorwärts ging es nicht, auch Korrespondenz mit Bürgermeister Dr. Jan Heinisch half nicht weiter. Eine zeitnahe Erschließung ergab sich nicht. In Velbert bekam Kohl innerhalb von einer Woche drei Grundstücke angeboten.
Noch in diesem Monat wird der Bauantrag gestellt. Im Frühjahr 2013 sollen auf 14 500 Quadratmetern Am Lindenkamp die Bagger anrollen. "Wir platzen hier aus allen Nähten und brauchen mehr Platz." Eine in Hetterscheidt angebotene Fläche passte vom Zuschnitt nicht und wäre wie der jetzige Standort in unpraktischer Hanglage gewesen.
Hohe Kosten für den Flächen-Erwerb kommen auch anderswo zum Tragen. Bei den vom Wuppertaler Insolvenzverwalter Dr. Mike Westkamp (Kanzlei Dr. Jörg Bornheimer) betreuten Gewerbe-Immobilien Hitzbleck und Kiekert & Nieland spielen finanzielle Aspekte eine wesentliche Rolle. Seit 2009 sucht Westkamp Käufer für die ehemalige Gießerei Hitzbleck. "Es gab mehrere Interessenten, die aus verschiedensten Gründen abgesprungen sind. Einer ist noch übrig, zu dem ich aber zurzeit keine näheren Angaben machen kann." Altlastengutachten werden momentan erstellt. Westkamp rechnet damit, dass bis Anfang 2013 eine Entscheidungsgrundlage vorliegt.
Bei Kiekert & Nieland geht es um den Produktionsstandort an der Wülfrather Straße, Wohnbebauung an der Herzogstraße und Hallen an der Ziegelstraße. "Für die Hallen gibt es Interessenten, da geht es um Kaufpreise. Die Wohngebäude wollten wir mit dem Gesamtkomplex vermarkten, werden diese aber wohl separat verkaufen." Die Produktionsgebäude aber finden keinen Anklang. Bisherige Ideen scheiterten an der Kosten-Nutzen-Rechnung. "Die wahrscheinlichste Lösung ist ein Abriss der Gebäude und eine Neuentwicklung des Geländes", sagt Stephan Schumacher von der Schumacher Standort-Enwicklung. Die GmbH hat sich auf die Vermarktung von Gewerbe und Industrie spezialisiert und wurde von der Wuppertaler Kanzlei beauftragt. "Als problematisch haben sich die Topografie des Geländes mit bis zu sechs Metern Höhenunterschied, noch unbekannte Altlasten und die unterschiedlichen Preisvorstellungen von Grundschuldgläubiger und Interessenten herausgestellt."

Ausschusssitzung
SPD stellt Fragen zur Wirtschaftsförderung
Morgen tagt der Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus, Bürgerservice und Sicherheit. Auf dem Plan stehen unter anderem die Fragen der SPD zum Wirtschaftsförderungskonzept. Die Fraktion will Klarheit bekommen, wie sich die Aufgaben in der Wirtschaftsförderung verteilen und wie die Zusammenarbeit mit den Unternehmen aussieht.



Autor: Muelders -- 21.03.2013; 20:57:20 Uhr

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Anno 1995: Ein junges Landei macht sich nach erfolgreichem Abitur und engagiertem Zivildienst im örtlichen Krankenhaus auf den Weg in die urbane Welt. Ziel ist der Studienbeginn an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Noch während der ersten Semester ... mehr

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