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121112 Der Ratgeber für Schnäppchen-Jäger

 

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VON STEFAN MÜLDERS
Lintorf. Immobilien stehen hoch im Kurs, um krisensicher zu investieren. Bei Zwangsversteigerungen lässt sich so in vielen Fällen mancher Euro sparen. Axel Mohr, Chef des Ratinger Verlages Argetra, trägt die Daten dazu zusammen.
In Deutschland werden jedes Jahr rund 80 000 Immobilien zwangsversteigert. Oft stecken persönliche Schicksale dahinter, auf der anderen Seite aber freuen sich Neueigentümer über zumeist günstige Kaufpreise. Zusammengetragen werden alle Versteigerungstermine vom Ratinger Verlag Argetra. Der Umsatz wird nicht etwa über Provisionen erzielt, sondern ausschließlich über die nach Bundesländern sortierten monatlichen Terminkalender.
"Unsere Mitarbeiter pflegen täglich rund 500 Veränderungen in die Datenbank ein", sagt Verlagsgeschäftsführer Axel Mohr. Dazu werden täglich 150 Tageszeitungen gelesen und Informationen in den rund 530 Amtsgerichten in ganz Deutschland abgefragt. Die Eingabe erfolgt überwiegend im Home-Office, eigene Call-Center-Mitarbeiter für die Kundenbetreuung sitzen mit im gerade neu eingerichteten Büro in der Siemensstraße in Lintorf.
Der Kalender der Zwangsversteigerungen wird im Abonnement vertrieben. "Es dauert seine Zeit, bis man das passende Objekt gefunden hat und dann auch noch den Zuschlag bekommt", weiß Mohr. Sechs Monate kosten 132 Euro, dafür garantiert Argetra aber auch, dass die Versteigerungstermine zu 100 Prozent erfasst sind. Wichtige Tipps gibt's im sechsteiligen Service-Kapitel noch dazu. Bei einer Zwangsversteigerung fallen weder die Maklerprovision, meist zwischen 3,5 und 7,5 Prozent, noch eine Notargebühr (1,5 Prozent) an. Das Gericht verlangt eine geringe Gebühr von etwa 0,5 Prozent.
Sind Objekt und Biet-Termin erst einmal gefunden, sollte sich der Interessent genauer damit beschäftigen. Einen Besichtigungstermin mit dem Rechtspfleger vereinbaren, sich über die Gegend informieren und das Gutachten einsehen gehören dazu.
Für den eigentlichen Termin ist eine Anmeldung nicht notwendig, allerdings ist eine Sicherheitsleistung in Höhe von zehn Prozent des Verkehrswertes fällig. Diese ist zuvor zu überweisen oder durch einen sogenannten "bestätigten Bankscheck" nachzuweisen. In beiden Fällen wird das Geld natürlich zurückerstattet, falls es nicht zum Zuschlag kommt.
Die Bietzeit dauert in der Regel 30 Minuten, danach wird mit einem klassischen "zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten" die Versteigerung geschlossen. Gläubiger und Gericht entscheiden dann gemeinsam, ob der erzielte Betrag ausreicht. Kommt es zum Zuschlag, muss innerhalb von sechs Wochen der komplette Betrag überwiesen werden, dann folgen Verteilungstermin und die Umschreibung im Grundbuch.
Zwangsversteigerungen haben in diesem Jahr abgenommen, auch in Ratingen. "Eigentümern bieten sich zurzeit gute Möglichkeiten zur günstigen Umschuldung, was schon mal 500 Euro monatlich ausmachen kann", sagt Axel Mohr. "Außerdem wurde das Risikomanagement der Banken verbessert, die Beratung bei drohenden Zahlungsschwierigkeiten wird intensiver."
Online lassen sich die namhaften Immobilienportale aus der Datenbank von Argetra versorgen. Ein paar Grundinformationen werden zur Verfügung gestellt, wer sich näher interessiert, kann den Kalender direkt bestellen.
In naher Zukunft soll es aber auch möglich sein, Informationen über Einzelobjekte zu kaufen.

Langwieriges Verfahren
Zwangsversteigerungsverfahren können unterschiedlich lange dauern. Von der Anmeldung beim Amtsgericht über die Bestellung des Rechtspflegers, das Gutachten und die Terminfestlegung bis hin zum Besitzerwechsel vergehen in NRW durchschnittlich 669 Tage, also etwas weniger als zwei Jahre.
Der Kreis Mettmann liegt bei 697 Tagen. Die Spannweite reicht deutschlandweit von 88 Tagen bis zu 14 Jahren im extremsten bekanntgewordenen Fall.
Weitere Informationen: www.argetra.de.



Autor: Muelders -- 21.03.2013; 20:44:23 Uhr

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