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121029 Hoffen auf bessere Zeiten

 

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Auf die Perspektive für die Innenstand warten die Gewerbetreibenden entlang der Hauptstraße sehnsüchtig. Umsatzrückgänge und wieder gestiegener Autoverkehr sollen neuer Belebung und Attraktivität weichen.

Von Stefan Mülders
Heiligenhaus Rosie Dwillies sortiert frisch eingetroffene Ware in die Regale. Zwischendurch beantwortet sie Fragen von Kunden. Das Geschäft sei gut angelaufen, berichtet die Verkäuferin im Reformhaus Kaubisch an traditionsreicher und prominenter Stelle der Heiligenhauser Innenstadt. „Das Angebot scheint hier gefehlt zu haben“, sagt die Velberterin. „Wir haben schon in der kurzen Zeit relativ viele Stammkunden, die regelmäßig hier einkaufen.“ Das Geschäft wurde vor knapp zwei Monaten eröffnet in den Räumen des ehemaligen Bekleidungsgeschäftes Heinisch. Zuvor hatte es monatelang kein Reformhaus in der Stadt gegeben, nachdem der Laden im Rathauscenter geschlossen hatte.
Entwicklung ist positiv
„Wir merken schon eine gewissen Skepsis und Zurückhaltung, immerhin sind wir ja doch noch so etwas wie der Fremde in der kleinen Stadt. Auch die Bauarbeiten um uns herum wirken sich noch erschwerend aus, aber insgesamt ist es in den ersten Wochen ganz gut angelaufen.“ Die Entwicklung an der Hauptstaße insgesamt sieht Dwillies durchaus positiv. „Die Situation vorher mit den vorbeirauschenden Autos war definitiv schlechter. Und wenn erst alles fertig ist, wird die Stadt einen weiteren Schritt nach vorne machen. Hier musste was passieren.“ Für den inzwischen doch auffallenden Leerstand in der Innenstadt kann sich die Verkäuferin vor allem kleine Fachgeschäfte vorstellen. „Die müssten dann natürlich von der Bevölkerung auch angenommen werden. Sonst funktioniert das nicht.“
Ähnlich sieht das auch Peter Krug vom gleichnamigen Blumenladen gegenüber. „Eine Fischhandlung fehlt in Heiligenhaus, auch Haushaltswaren oder Alternativen für den Schuhkauf kann ich mir hier gut vorstellen“, sagt der Unternehmer. Sein eigenes Geschäft leidet zurzeit unter den Baumaßnahmen. „Wir haben deutliche Umsatzrückgänge, seit die ersten Parkplätze zurückgebaut wurden, aber ich hoffe auf bessere Zeiten.“ Die Kunden wollten direkt vor der Türe parken, was gerade auf der langgezogenen Hauptstraße natürlich selten möglich ist. „Der Weggang von Aldi und der kaum zugängliche Netto-Markt wirken sich zusätzlich negativ aus.“ Das Laufpublikum bliebe zurzeit aus, in zwei Jahren werde sich daran aber niemand mehr erinnern.
Jürgen Müller von Wohngestaltung Müller hat bemerkt, dass die ersten Effekte nach der Öffnung der Westfalenstraße zurzeit wieder verpufft sind. „Aufgrund des Umbaus am Basildon-Platz fehlen dort Parkplätze und wir haben wieder stärkeren Autoverkehr auf der Hauptstraße, wenn auch deutlich verlangsamt und nur auf einer Spur.“ Aber er freut sich auf die Perspektive und eine Belebung der City. „Ich erhoffe mir eine Verbesserung des Branchenmix. C&A ist ein Anfang, ansonsten fehlt hier fast alles - von Bäckern und Blumenhändlern mal abgesehen.“ Im Bekleidungsbereich wünscht sich Jürgen Müller weitere Alternativen, insbesondere für Männer.

City-Baustellen
Die Innenstadt ist seit Wochen von Baustellen beeinträchtigt. Die großen Maßnahmen Basildon- und Rathausplatz nehmen Formen an. Bald abgeschlossen sein wird auch die Kanalsanierung. Beim „Inline-Verfahren“ gab es viele kleine, wandernde Behinderungen statt einer großen Maßnahmen mit Sperrungen.



Autor: Muelders -- 09.12.2012; 21:44:03 Uhr

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Anno 1995: Ein junges Landei macht sich nach erfolgreichem Abitur und engagiertem Zivildienst im örtlichen Krankenhaus auf den Weg in die urbane Welt. Ziel ist der Studienbeginn an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Noch während der ersten Semester ... mehr

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