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121024 Ein Stuhl mit Hebebühne

 

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VON STEFAN MÜLDERS
Ratingen. Für den Vertrieb von Rollstühlen ist der Maschinenbauer Tünkers weniger bekannt. Auf Gesundheitsmessen sind die Ratinger aber mit einer Sonderausführung ihrer E-Mobile regelmäßig vertreten.
Jürgen Eichholz hat gut zu tun an diesem Tag. Immer wieder führt er Gespräche, vor allem mit Rollstuhlfahrern. Eichholz ist Kundendienst-Mitarbeiter des Ratinger Maschinenbauers Tünkers und befindet sich auf der Rehacare in Düsseldorf. Auf der Gesundheitsmesse präsentiert er eine eher weniger bekannte Sparte des Unternehmens: den "Butler", einen Rollstuhl, der in die Höhe gefahren werden kann und damit ein Helfer am Arbeitsplatz und im privaten Bereich wird.

"Der Butler ist kompakt"
"Wir bauen diesen Hub-Rollstuhl schon seit 30 Jahren", sagt Eichholz. "Und sind seitdem auch Marktführer in diesem Bereich: Der Butler ist kompakt und dadurch sehr wendig." Gerade mal 60 Zentimeter breit ist das Gefährt und es kann bis 40 Zentimeter in die Höhe gefahren werden. So lassen sich Regale oder hohe Küchenschränke auch für Rollstuhlfahrer gut erreichen oder eine Kommunikation mit stehenden Gesprächspartnern auf Augenhöhe führen. "Dort, wo sein Einsatz möglich ist, kann der Butler kostspielige Umbaumaßnahmen unnötig machen", sagt Eichholz. Doch genau darum wird ein solcher Hub-Rollstuhl auch nicht einfach nur verkauft. "Wir schauen uns das Umfeld des Interessenten vor Ort an und stellen dann fest, ob und in welcher Ausführung die Anschaffung Sinn macht."
Letztendlich muss der Kostenträger – im privaten Umfeld die Krankenkasse und am Arbeitsplatz zum Beispiel das Arbeitsamt, die Berufsgenossenschaft, die Deutsche Rentenversicherung oder das Integrationsamt – noch entscheiden. Denn ein einzelner Rollstuhl kostet mindestens 12 000 Euro.
Die Idee zum Gerät stammt aus dem Hause Tünkers, zu Beginn wurden auch einige Zubehör-Teile noch selbst gefertigt. Heute werden alle Bauteile zugeliefert, montiert wird aber immer noch in Ratingen. Rund 1000 Exemplare sind deutschlandweit seither verkauft worden, was zunächst recht wenig klingt. Doch Jürgen Eichholz hat zwei Erklärungen: "Zum einen spricht das für die Langlebigkeit der Geräte. Wer vor 30 Jahren einen gekauft hat, besitzt ihn heute noch." Das stimmt so nicht ganz, aber mindestens 15 Jahre Lebensdauer schreibt er dem Stuhl schon zu. "Zum anderen sind Situationen, in denen der Butler als einzige Alternative bleibt, sehr selten. Daher entscheiden sich die Kostenträger häufig für günstigere und weniger anspruchsvolle Lösungen."
Neben dem "Butler", der nur für Innenräume geeignet ist, bietet Tünkers den "Levano" an. Dieser basiert auf dem gleichen Prinzip, besitzt aber eine Straßenzulassung. Rollstühle von Tünkers beinhalten einen umfangreichen Kundendienst. "Die Besitzer können ja nicht mal eben auf das Gerät verzichten. Daher bieten wir einen umfangreichen Service für die Reparatur vor Ort. Und sollte tatsächlich mal ein Rollstuhl mitgenommen werden müssen, stellen wir natürlich einen Ersatz."

Weitere Fahrzeuge
Im Hause Tünkers werden noch weitere Elektromobile hergestellt. Dazu gehört der "Movi", ein dreirädriger Elektroroller, der sitzend und stehend gefahren werden kann. Auf Flughäfen ist der "Airport-Scooter" für den Gepäckwagen-Transport im Einsatz. Außerdem vertreibt das Unternehmen den "E-Kuli" als Minitransporter für große Betriebe und den "Supervisor-Scooter", eine Art Golfwagen.

www.tuenkers.de



Autor: Muelders -- 09.12.2012; 21:38:56 Uhr

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