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Facebook verbietet Städtenamen Diesen Text vorlesen lassen

120707 Facebook verbietet Städtenamen

 

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VON STEFAN MÜLDERS
Heiligenhaus. Ab September dürfen sich Kommunen im größten sozialen Netzwerk nicht mehr ihren eigenen Namen geben. Während große Städte darin ein Problem sehen, geht Heiligenhaus das Thema eher gelassen an.
Es war zumindest ein kleiner Aufschrei, nicht nur in der virtuellen Welt: Im Februar schaltete Facebook die Fanpage der Stadt München ab. Ohne Vorwarnung und ohne Ansprechpartner für die Verantwortlichen. Damals liefen über 400 000 Fans ins Leere. Mehrere Tage lang dauerte die Recherche, ehe alles noch mal einen versöhnlichen Ausgang nahm: München ist wieder unter www.facebook.com/muenchen zu erreichen, musste lediglich den Namen ändern und heißt jetzt "münchen.de". Jetzt ist klar: Sämtliche Kommunen, die ihre Facebook-Seite mit ihrem Eigennamen bezeichnen, müssen bis zum 1. September umdenken.
Bislang 250 "Gefällt mir"-Klicks
Das ist die Frist, die Facebook den Städten gesetzt hat. Für Berlin mit 1,4 Millionen Fans oder Hamburg mit fast 700 000 ein inzwischen öffentlich diskutiertes Thema. Heiligenhaus, seit April online, kommt mit über 250 "Gefällt mir"-Klicks geradezu niedlich daher. Doch auch Stefan Kondring, Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung und für den Facebook-Auftritt der Stadt verantwortlich, beschäftigt sich wegen des München-Aufruhrs schon länger mit dem Thema.
"Ich habe mich damals bereits gefragt, ob wir davon auch betroffen sein könnten", so Kondring. Und jetzt ist es "amtlich", wenn man das in einem sozialen Netzwerk so bezeichnen darf: Laut Facebook-Richtlinien ist die rein geografische Ortsbezeichnung von Städten oder Regionen unzulässig.
Generische Orte eigneten sich nur unzureichend als Seitennamen, da dem Nutzer der Betreiber der Seite nicht unmittelbar gewahr werde. "Nur ein Nutzer, der genau weiß, mit welchem Seitenbetreiber er es zu tun hat, wird sich in einen engagierten Dialog mit dem Seitenbetreiber begeben", schreibt Facebook zur Erklärung. Immerhin sind die Netzwerk-Verantwortlichen inzwischen in einen Dialog mit den Betroffenen getreten, um ähnliche Auswirkungen wie in München zu verhindern. "Facebook sitzt letztendlich natürlich am längeren Hebel", sagt Stefan Kondring.
"Für die Auftritte der Großstädte hat das Ganze eine besondere Dimension, aber wir stehen noch ganz am Anfang." Intern mache man sich zurzeit Gedanken, wie die Seite demnächst benannt werden soll. Parallel dazu wurde auf Facebook eine Diskussion begonnen, welche Ideen die Benutzer zu diesem Thema haben. Genau so also, wie es in sozialen Netzwerken gemacht werden soll.
Eine konkrete Zielsetzung, in einem bestimmten Zeitraum eine gewisse Anzahl Fans zu erreichen, gab und gibt es nicht. "Wir freuen uns über jeden, der uns folgt." Auch sieht Kondring einen Facebook-Auftritt für Kommunen nicht als zwingend erforderlich an. "Aber über das Medium lassen sich junge Zielgruppen gut ansprechen. Es ist eine Ergänzung der Kommunikationsmöglichkeiten." Außerdem betrachtet Kondring die Internationalität des Netzwerks als Vorteil. "Da auch unsere Partnerstädte dort präsent sind, lassen sich Veranstaltungen untereinander leicht bekanntmachen." An Auftritte in anderen sozialen Netzwerken denkt die Stadt zurzeit nicht. Facebook habe wegen seiner weiten Verbreitung das größte Potenzial.

Die Fanpage
Wie auch immer die Facebook-Seite der Stadt in Zukunft heißen wird – die sogenannte Vanity-Url, also die direkte Webadresse, bleibt in jedem Fall erhalten. Das hat Facebook klargestellt: "Hier gilt: Wer sich die URL zuerst gesichert hat, behält sie." Die Stadt Heiligenhaus nutzt die Fanpage für die Verbreitung von Neuigkeiten wie zum Beispiel Veranstaltungen oder den Fortschritt von Bauarbeiten. Darüber hinaus wird sie für den direkten Dialog mit Fans genutzt und dient der Vernetzung von Heiligenhausern untereinander. Adresse: www.facebook.com/StadtHeiligenhaus



Autor: Muelders -- 07.11.2012; 11:20:37 Uhr

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Stefan Mülders Facebook-Profil


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