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120616 Auszeit für die Gesundheit

 

Beim Gesundheitstag konnten sich die Mitarbeiter von Helbako über ihren Rücken und die Wirbelsäule informieren. Die Aktion ist Teil einer groß angelegten internen Kampagne zur Mitarbeiterbindung.
Von Stefan Mülders
HEILIGENHAUS Verkehrte Welt beim Automobilzulieferer Helbako: Statt an ihren Schreibtischen zu sitzen oder dem Arbeitsplatz zu wirken, lassen sich die Mitarbeiter in seltsam anmutende Maschinen spannen, hüpfen über Holzstöckchen hin und her, balancieren mit geschlossenen Augen auf einem Bein oder genießen Entspannung bei leichten Massagen. Und das ist auch noch so gewollt und von der Personalabteilung bewusst initiiert.
Bei dem bunten Treiben handelt es sich um den „1. Helbako Gesundheitstag“, ein Teilprojekt der Kampagne „Wir sind Helbako“ zur Mitarbeiterbindung. „Wie viele andere Unternehmen haben auch wir Probleme mit dem Fachkräftemangel“, sagt Christian Qual, der den Gesundheitstag rund um das Thema Rücken und Wirbelsäule mit organisiert hat. „Darum haben wir ein ganzes Bündel Maßnahmen erarbeitet, mit denen wir unseren Betrieb für Mitarbeiter attraktiv halten wollen.“ Vorangegangen war eine Mitarbeiterbefragung. Neben der Mitarbeitergesundheit stehen auch soziale Komponenten und Ernährungsfragen auf der Agenda. Parallel zur Europameisterschaft läuft zum Beispiel ein internes Kickerturnier, in Kürze ist ein großes Familienfest geplant. Die Qualität der Kantine wurde durch einen neuen Caterer verbessert. Die jetzt angebotenen Speisen sind hochwertiger, durchgängige Öffnungszeiten an allen sieben Tagen der Woche werden auch dem Schichtbetrieb gerecht.
Raucherpausen müssen bei Helbako ausgestempelt werden, was irgendwie auch eine Form der Gesundheitsförderung ist. Die für den Gesundheitstag aufgewendete Zeit musste nicht von der Arbeitszeit abgerechnet werden. Der Anklang war durchweg gut. „Für die Messung der Muskelkräfte in Rücken und Rumpf hatten wir bereits 25 Voranmeldungen, aber die Resonanz heute ist noch viel größer“, sagt Qual. Das Gerät, das einen Überblick gibt, welche Muskelpartien stärker ausgeprägt sein müssen, wird von der „BKK vor Ort“ als Partner zur Verfügung gestellt. „Was hier aufgefahren wird, ist der Mercedes unter den angebotenen Möglichkeiten“, sagt Thomas Schertel von der BKK. „Das machen wir normalerweise nur mit ganz großen Unternehmen wie Opel oder Thyssen.“ Man betreue zwar auch zahlreiche Mittelständler, aber die Dimension bei Helbako sei schon etwas Besonderes.
Weiterer Partner ist das Heiligenhauser Therapiezentrum Feldmann. „Wir haben einen Parcours aufgebaut, mit dem wir einen Überblick über die wichtigsten Parameter wie Ausdauer, Kraft, Koordination oder Beweglichkeit bekommen“, erklärt Peter Feldmann. „Darauf aufbauend können wir eine erste Einschätzung und Beratung vornehmen.“ Wer dann im Therapiezentrum zum Beispiel am Gerätetraining teilnehmen will, bekommt als Helbako-Mitarbeiter Rabatt. Weitere Angebote, insbesondere unter präventiven Gesichtspunkten, werden von der BKK als Krankenkasse unterstützt. „In anderen Projektpartnerschaften konnten wir bereits gute Erfolge erzielen, was die langfristige Mitarbeitergesundheit und Motivation angeht“, sagt Feldmann. Reinschnuppern konnten die Mitarbeiter schon mal in einige Stärkungsübungen für den gesamten Bewegungsapparat. Dabei stellten nicht nur Anzugträger fest, dass schon ein bisschen Sport zwischendurch ganz schön ins Schwitzen kommen lässt.

Gesunder Rücken
Viele Beschwerden haben ihre Ursache im Rücken, wo man sie zunächst gar nicht vermuten würde. Daher sollte man zu jeder Zeit auf eine gesunde Haltung achten, egal ob beim Autofahren, am Schreibtisch oder zuhause auf dem Sofa. Bewegung und sportliche Betätigung sind ebenso wichtig wie eine gleichmäßige Gewichtsverteilung bei Hebevorgängen oder beim Tragen von Einkaufstaschen. Wichtig sind Entspannungsphasen für die Wirbelsäule, in denen sich die Bandscheiben regenerieren können. Letztendlich sind ausgelatschte oder falsche Schuhe Gift für jede Wirbelsäule.
Tipps für einen gesunden Rücken bieten die Krankenkassen und Gesundheitseinrichtungen. Auch im Internet wird man vielfach fündig.

Hohe Kosten für kranke Mitarbeiter
KREIS METTMANN (stemu) Auch die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf rät Unternehmen, sich mit der Mitarbeitergesundheit intensiv auseinander zu setzen. In der aktuellen Ausgabe ihres Magazins beschäftigt sich die IHK im Titelthema damit. Nicht in allen Branchen ist eine gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter sofort erkennbar. Oft wird diese an körperlichen Tätigkeiten festgemacht, doch zunehmend kommen psychische Komponenten hinzu. Allein 2010 seien 53,5 Millionen psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland gezählt worden. Eine weitere Zahl macht deutlich, warum sich Investitionen in Programme für Mitarbeitergesundheit für Unternehmen jedweder Größe lohnt: Das IHK-Magazin zitiert eine Studie der Felix-Burda-Stiftung, die Kosten durch Fehlzeiten auf rund 1.200 Euro pro Mitarbeiter und Jahr beziffert. Noch mal das Doppelte, also 2.400 Euro, kommt durch Mitarbeiter hinzu, die trotz Krankheit zur Arbeit kommen, deshalb Fehler machen, die durch erhöhten Aufwand korrigiert werden müssen. Die Studie beziffert den im Jahr 2009 so entstandenen Gesamtschaden in Deutschland auf 129 Milliarden Euro.
Unternehmen, die sich wie Helbako im betrieblichen Gesundheitsmanagement engagieren wollen, können über steuerliche Anreize sowie Leistungen der Krankenkassen zusätzlich profitieren. Auch die IHK will sich durch die Gründung des Vereins „Forum Gesundheitswirtschaft Düsseldorf“ noch in diesem Jahr stärker in diese Richtung einbringen. „Als unabhängige Dialogplattform will der Verein der gestiegenen Bedeutung der Gesundheitswirtschaft im Bezirk der IHK Düsseldorf Rechnung tragen“, sagt Dr. Oliver Neuhoff, der innerhalb der IHK Ansprechpartner für das Projekt ist. Unternehmen, die mitwirken wollen, können sich unter Telefon 0211 3557-270 oder per E-Mail neuhoff@duesseldorf.ihk.de direkt an ihn wenden.



Autor: Muelders -- 06.09.2012; 21:58:06 Uhr

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