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181113 Noch Luft nach oben

 

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Die 23:31-Niederlage (12:11) bei Fortuna Düsseldorf führt Trainer René Baude auf konditionelle Mängel zurück. Zwei Trainingseinheiten pro Woche seien zu wenig für die Oberliga-Mannschaft.
VON STEFAN MÜLDERS
ALDEKERK Handball Oberliga Frauen: Fortuna Düsseldorf II - TV Aldekerk II 31:23 (11:12). Beim Spiel der Aldekerker Zweitvertretung gegen die Reserve der Düsseldorferinnen erlebten die Zuschauer zwei Halbzeiten, die auch zwei völlig unterschiedliche Spiele hätten sein können. Während das Team von René Baude in Halbzeit eins noch die Oberhand hatten, wurden sie nach der Pause von ihren Gastgeberinnen geradezu überrannt. Entscheidend waren dafür vor allem die eigenen Offensivprobleme. Das eigene Erfolgsprinzip mit Ballgewinnen in der Abwehr und Tempogegenstößen kam nicht zum Zuge, sondern wurde von Gegnerinnen angewandt.
Mit „nur“ einem Tor Vorsprung in die Pause zu gehen hätten die Aldekerkerinnen eigentlich nicht nötig gehabt. Die Gäste waren in der ersten Hälfte präsenter als Düsseldorf, hatten mehr Spielanteile und zeigten sich aktiver. Von Beginn an nahm das Team von René Baude das Heft in die Hand, ging in Führung und zeigte, dass „Auswärtsschäche“ so langsam aus dem Wortschatz des ATV verbannt werden soll. Während in der Abwehr erneut hervorragend gearbeitet wurde, waren die Offensivbemühungen zwar im Ansatz alle gut, aber durch sich immer wieder einschleichende Fehler nicht von dem Torerfolg gekrönt, den sie verdient hätten. So kam es, dass sich der ATV trotz Überlegenheit auf dem Feld nicht deutlich genug absetzen konnte. Düsseldorf blieb immer dran, schaffte mit 5:5 und 11:11 zweimal den Ausgleich, obwohl der ATV zwischenzeitlich drei Tore vorne gelegen hatte. Immer, wenn ein klareres absetzen möglich gewesen wäre, kamen wieder Unsicherheiten im Angriff dazwischen. Und gleich mehrere äußerst glückliche Treffer für Düsseldorf, bei denen Sonja Stahlberg den Ball fast schon hatte, er ihr aber dann doch noch durchrutschte.
Mit einer deutlich agileren Abwehr kamen die Düsseldorferinnen aus der Kabine. Sie unterbanden immer wieder das Aldekerker Positionsspiel und zwangen ihre Gäste hier zu Fehlern. Der ATV konnte zwar zunächst die Führung wieder leicht ausbauen, verlor dann aber etwas die Kontrolle. Auch, weil es weiterhin nicht gelang, die für das Team wichtigen Tempogegenstöße zu markieren. In den ersten Minuten der zweiten Hälfte entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, dann kam beim ATV Sand ins Getriebe. In der 38. Minute ging Düsseldorf erstmals in Führung und baute diese innerhalb von fünf Minuten auf vier Treffer aus (21:17). Baudes Team gelang in dieser Phase nichts mehr, vergab selbst Siebenmeter und sah sich plötzlich in doppelter Unterzahl auf dem Feld – obwohl kurz zuvor noch die Gastgeberinnen und insbesondere deren Bank mit den Schiedsrichtern gehaderte hatten. Die Fortuna nutzte das natürlich aus und zehn Minuten vor dem Abpfiff betrug der Abstand schon acht Tore (26:18).  René Baude nahm seine letzte mögliche Auszeit und rief seine Mädels auf, nicht aufzugeben und noch mal alles in die Wagschale zu werfen. Das Spiel noch zu gewinnen war längst nicht mehr das Ziel, die Köpfe nicht hängen zu lassen und weiterzumachen hatte mehr Bedeutung.
Für René Baude lag die Ursache in konditionellen Mängeln. „Das war definitiv unser größtes Problem heute. Nicht nur, dass wir zum Ende hin komplett nachgelassen haben, auch die Passfehler vorher und die Nachlässigkeiten in der Defensive bei Würfen von außen sind darauf zurückzuführen.“ Er verlange von der Mannschaft deutlich mehr Flexibilität und führt die derzeitigen Schwächen auch auf zu wenig Training zurück. „Wir haben im Moment nur zwei Einheiten pro Woche, da sind die Mädels anderes gewohnt und scheinen das auch zu brauchen.“ Das gesamte Trainerteam im ATV müsse hier enger zusammenrücken und irgendwie die dritte Einheit für alle Spielerinnen ermöglichen.
TV Aldekerk: Stahlberg, Jöbkes – Molderings (5/1), Karpowitz (3), Willemsen, Laura Nebel (1/1), Lina Nebel (2), Tanzhaus, Rottwinkel (4), Tillmann (3/1), Weisz (2/2), Zey (3).



Autor: Muelders -- 13.11.2018; 12:21:02 Uhr

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Anno 1995: Ein junges Landei macht sich nach erfolgreichem Abitur und engagiertem Zivildienst im örtlichen Krankenhaus auf den Weg in die urbane Welt. Ziel ist der Studienbeginn an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Noch während der ersten Semester ... mehr

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