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180628 Ein Mann sorgt beim Heizen für die Sicherheit

 

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Die Sensoren von BFI Automation überwachen weltweit die Funktion von Brennkesseln und Gasturbinen.
VON STEFAN MÜLDERS
HEILIGENHAUS Jens Michael Mindermann hat von seinem Büro im zweiten Stock eine tolle Aussicht. Erstens, weil sein Blick in verschiedene Richtungen über die Tallagen von Essen-Kettwig und Düsseldorf reicht, zweitens was die wirtschaftliche Situation seines Unternehmens BFI Automation angeht. Es ist einer der sogenannten Hidden Champions, der kaum über ihre Branche hinaus bekannten Global Player. Erst Ende vergangenen Jahres ist Mindermann mit seinen damals 27 Mitarbeitern nach Heiligenhaus gezogen, seitdem sind schon fünf weitere hinzugekommen. „In Ratingen mussten wir mehrere Wohnungen hinzu mieten, um den benötigten Büroraum abzudecken. Und unser Material war auf verschiedene Lager verteilt.“ Die größte Stadt im Kreis konnte den Expansionsbedarf von BFI nicht erfüllen, in Heiligenhaus aber wurde die Firma mit offenen Armen empfangen. Die Wirtschaftsförderung half bei der Suche nach einem geeigneten Standort und unterstützte bei den anschließenden politischen und verwalterischen Rahmenbedingungen. „Zur Höseler Straße hin haben wir jetzt noch Ausbauflächen für weiteres Wachstum.“
Das scheint auch langfristig nötig, denn mit seinen Flammenüberwachungssystemen hat BFI Automation in den vergangenen fast 20 Jahren sein Umsatzvolumen nahezu verzehnfacht. Die Neu-Heiligenhauser sind in ihrer Branche einzigartig. „Wir haben zwar ein paar weltweite Wettbewerber, aber die bedienen alle nicht eine so breite Palette wie wir. Unsere Systeme sind sowohl in herkömmlichen Heizkesseln in Privathaushalten verbaut wie auch in den Gasturbinen großer Kraftwerke.“ Zu den Kunden von BFI gehören neben den führenden Gasturbinenherstellern und Produzenten von Brennwertkesseln auch große Raffinerien und Kraftwerke – weltweit. Mit den kleineren Sensoren beliefert BFI Automation sogar Unternehmen, die im Kraftwerksgeschäft beispielsweise Mitbewerber sind.
Die Produkte sind verhältnismäßig kleine Bauteile, die aber für die Sicherheit der von ihnen überwachten Brennkessel elementar sind. Als optische Systeme prüfen sie permanent den Zustand der Flamme und warnen nicht nur bei Unregelmäßigkeiten, sondern schalten gegebenenfalls den Kessel auch ab. „Früher gab es lediglich die Ein/Aus-Funktion, heute sind die Systeme wesentlich komplexer“, sagt Mindermann. Sie sortieren Fehlerarten, stufen sie ein und „entscheiden“, ob eine Abschaltung notwendig ist oder ein Techniker einen genaueren Blick auf den Brennprozess werfen muss. BFI forscht, entwickelt und produziert selbst, verfügt in Heiligenhaus über ein eigenes EMV-Labor (Elektromagnetische Verträglichkeit), das auch deutlich größer ist als der Vorgänger. „Damit können wir die hochsensiblen Systeme selbst auf Herz und Nieren prüfen, bevor sie am Bestimmungsort eingebaut werden.“ Auch bei der Neuentwicklung von Systemen hilft das Labor.
Jens Michael Mindermann rechnet mit weiterem Wachstum in den nächsten Jahren. Dementsprechend sucht er trotz der jüngsten Neueinstellungen weitere Fachkräfte. In der Zukunft würde er seine Systeme gerne mit denen der Emissionsüberwachung vernetzen, um noch effektivere Analysen und damit eine Verbesserung der Anlagen zu erreichen.
Gemeinsam mit BFI ist auch die BST Solutions von Ratingen nach Heiligenhaus in den Firmensitz an der Rügenstraße 7 umgezogen. Das 2004 gegründete Unternehmen von Geschäftsführer Eberhard Röllecke kümmert sich um den Vertrieb für Heiztechnik und kleinere industrielle Anlagen.

BFI Automation
Vom Vater gegründet
Kurt-Henry Mindermann war Geschäftsführer eines amerikanischen Herstellers für Flammenüberwachungssysteme, ehe er für den deutschen Markt seine eigene Firma für diese Systeme gründete. Zuvor hatte er bereits als „Beratung für industrielle Automation“ Steuerungssysteme gebaut und entwickelt, unter anderem für Abfüllanlagen in Brauereien. BFI wuchs kontinuierlich, zwischenzeitlich wurde ein großer deutscher Energiekonzern Hauptanteilseigner des Unternehmens. 1999 übernahm Sohn Jens Michael das Unternehmen, als die Chance bestand, die Anteile wieder zurück in die Familie zu holen. Damals startete er mit sechs Mitarbeitern und konzentrierte sich auf das heute noch bestehende Kerngeschäft.



Autor: Muelders -- 28.06.2018; 08:02:22 Uhr

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